Expertentipps | 09.02.2009
Die Reduzierung von Volumen des Äußeren und der Motoren wird immer mehr zum Trend der Vernunft, den sich die Automobilhersteller auf die Fahne geschrieben haben. So ist es mehr als eine Notwendigkeit, dass Citroen mit dem C3 Picasso eine Lücke im umfangreichen Angebot des französischen Herstellers schließt. Unterhalb sind der Berlingo First und der Nemo angesiedelt, darüber der C4 Picasso, der im Raumangebot dem neuen C3 gar nicht so weit überlegen ist.
Die Form des Würfels ist bei den Vans dieses Segments das Designvorbild Nummer 1 und stellt die Entwickler vor Herausforderungen den langweiligen Quader zu einem schön anzusehenden und trotzdem nutzwertigen Automobil zu formen. Und optisch ist den Franzosen tatsächlich ein guter Wurf gelungen – abgerundete Ecken, betonte Radhäuser sowie kleine Wölbungen und Lichtkanten verleihen dem C3 Picasso die Eigendynamik, die in diesem Segment Erfolg verspricht.
Dazu passt auch der durchdachte Innenraum mit viel Platz nach vorne und zur Seite. Die Höhe verschafft Luft und gibt Raum für Individualität, die hintere Sitzbank ist um 15 cm längs verschiebbar und das Kofferraumkonzept lässt kaum Wünsche offen. Ohne die Sitze umzuklappen lassen sich zwischen 385 und 500 Liter zuladen, klappt man die Sitze mit einem Handgriff um, entsteht eine ebene Ladefläche von 1,50 m Länge. Im „doppelten Boden“ des Kofferraums passen entweder kleinere oder wertvolle Gegenstände, die man dem Blick von außen entziehen möchte oder aber die Gepäckraumabdeckung, wenn die Möbelhauseinkäufe nach Hause transportiert werden sollen. Ordert man dann auch noch das Reisepaket (erhältlich für Tendance und Exclusive), ist auch die Beifahrersitzlehne nach vorne klappbar und erlaubt dann die Zuladung einer Länge von 2,41 m!
Die inneren Werte des C3 Picasso beschränken sich nicht nur auf die Zuladung, die sich auf dem Niveau von Mittelklassekombis bewegt, sondern auch auf die Gestaltung mit durchaus hochwertigen Materialien. Das frei schwebend wirkende Armaturenbrett mit den mittig angeordneten Kontrollinstrumenten und dem für Citroen typisch digitalen Tacho besitzt die feine Struktur einer Sanddüne – in der Mittelkonsole sind die Audio- und Klimaeinheit untergebracht und über Lenkstockhebel sind das Radio und Geschwindigkeitsregelanlage bedienbar.
Außergewöhnlich ist die von Citroen ohne Übertreibung bezeichnete Panoramaaussicht nach vorne. Die große Frontscheibe wird seitlich nicht von den in dieser Klasse typisch fetten und damit viel Sicht raubenden A-Säulen begrenzt, sie geht viel mehr in große Dreiecksfenster über, sodass praktisch jeglicher toter Winkel eliminiert wird. Die gute Sicht nach vorne wird bedingt durch die großen Seitenscheiben und das senkrecht abfallende Heck durch eine ebenso gute Sicht nach hinten ergänzt. Noch mehr Glas und Aussicht nach oben wird mit dem 1,20 m langen und 82 cm breiten Glasdach erreicht, das für 500 Euro auf der Preisliste steht.
Motorisiert ist der C3 Picasso wahlweise mit zwei Benzinern und einem Diesel. Bei den ersten Testfahrten konnten mich alle drei Aggregate überzeugen. Nach Ansicht von Citroen wird der 70 kW (95 PS) starke VTi 95 das Volumenmodell werden, während auf den 88 kW (120 PS) starken VTi 120 und den 80 kW (110 PS) leistenden Diesel namens HDi 110 FAP je rund 15 Prozent Marktanteil entfallen sollen. Leider sind alle drei Varianten nur mit einem manuellen 5-Gang-Getriebe ausgestattet, einen sechsten Gang gibt es ebenso wenig wie eine Automatik. Auch die immer mehr in Mode kommende Start-Stop-Automatik lässt auf sich warten, nach Angaben von Citroen sollen in der nächsten Zeit erst die in höheren Stückzahlen produzierten Modelle damit ausgestattet werden.
Fast schon tadellos ist das Handling mit dem vom C3 adaptierten Fahrwerk. Auf den höheren Schwerpunkt angepasst, lässt sich der Picasso gut um die Kurven zirkeln und neigt nur auf extremen Kopfsteinpflastern beim heftigen Beschleunigen zum Stuckern. Die Lenkung ist präzise und direkt und lässt das Auto in jeder Situation angenehm steuern.
In drei Ausstattungsvarianten geht der C3 Picasso Mitte Februar 2009 an den Start. Der Advance, gleichzeitig die Basisversion kostet ab 14.900 Euro, 17.000 Euro müssen für die Linie Tendance investiert werden und 18.700 für das Modell Exclusive (die Preise gelten für den 95-PS-Benziner). ABS, ESP und ASR sind in jeder Variante Serie, ebenso elektrische Fensterheber vorne und die elektrisch einstellbaren Außenspiegel. Wer eine Klimaanlage und zusätzliche Kopfairbags sowie Radio und USB-Anschluss haben möchte, muss zum Tendance greifen und Lederlenkrad sowie Einparkhilfe und eine Alcantara-Leder-Stoff-Polsterung gibt es teilweise in Paketen und für den Exclusive.
Zusammenfassend betrachtet ist der C3 Picasso zwar nicht günstig, dennoch preiswert zu nennen. Eine umfangreiche Serienausstattung, die mit sinnvollen Paketen ergänzt werden kann sowie moderne Motoren und ein extravagantes Design mit hohem praktischem Nutzen sind die hervorstechenden Attribute des neuesten Ablegers von Citroen.
Motor: 4-Zylinder-Benziner oder Diesel
Getriebe: Fünf-Gang-Schaltgetriebe
Hubraum: 1.397, 1.598 oder 1.560 ccm
Leistung in kW/PS: 70 kW (95 PS), 88 kW (120 PS), 80 kW (109 PS)
Max. Drehmoment: 136 Nm, 160 oder 245 Nm
Länge/Breite/Höhe: 4.078/1.766/1.631 in mm
Radstand: 2.540 in mm
Leergewicht: 1.334 – 1.408 kg
Zul. Gesamtgewicht: 1.742 bis 1.795 kg
Kofferrauminhalt: mind. 385 l, bei umgeklappten Sitzen bis zu 1.506 l
Bereifung: 195/55 R 15 bis 205/45 R 17
Felgen: 15 – 17 Zoll Stahl- bzw. Leichtmetall
Bescheunigung: 11,7 bis 13,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 178 - 188 km/h
Tankinhalt: 45 l
Kraftstoffverbrauch EU-Zyklus: zwischen 4,9 und 7 l auf 100 km
Preis: ab 14.900 Euro inkl. MWSt.
DS
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