Steueroptimal investieren

Photovoltaik: Was ist zu beachten?

B4B Recht | 18.01.2013

Der Vorsitzendes des Potsdamer Wirtschaftsrats zieht ein positive Einjahresbilanz.. Foto: privat
Der Vorsitzendes des Potsdamer Wirtschaftsrats zieht ein positive Einjahresbilanz.. Foto: privat

Durch den Betrieb einer Photovoltaikanlage werden Sie steuerrechtlich als Unternehmer behandelt, wenn Sie den Strom gegen ein Entgelt in das öffentliche Netz einspeisen. Dass Sie als Unternehmer angesehen werden, hat für Sie gleich zwei Vorteile:

Beabsichtigen Sie, die Anlage erst in den Jahren 2013 bis 2015 zu erwerben, können Sie bereits in 2012 einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40 % der zukünftigen Anschaffungskosten geltend machen und dadurch einen steuerlichen Verlust realisieren, den Sie mit anderen Einkünften verrechnen können. Im Jahr der Anschaffung erhalten Sie zugleich eine zusätzliche Sonderabschreibung in Höhe von 20 % der Anschaffungskosten. Zwar darf die Investition, für die ein Investitionsabzugsbetrag in Anspruch genommen werden soll, nicht zu mehr als 10 % privat genutzt werden.

Die Finanzverwaltung hat aber kürzlich geklärt, dass ein Eigenverbrauch des Stroms von mehr als 10 % für die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags nicht schädlich ist. Neugegründete Unternehmen müssen Ihre Investitionsabsicht mit einer verbindlichen Bestellung der Anlage untermauern, damit sie noch in diesem Jahr einen Investitionsabzugs­betrag bilden können.

Ein weiterer Vorteil für Sie ist der anteilige Vorsteuerabzug im Fall einer Sanierung, die mit der Errichtung der Anlage erforderlich wird (z.B. eines asbesthaltigen Dachs). Das Dach schützt zwar die Immobilie vor Wettereinflüssen, aber es bildet auch die Grundlage Ihrer unternehmerischen Tätigkeit als „Stromproduzent“. Daher können die Sanierungskosten und die damit verbundene Vorsteuer auf beide Bereiche verteilt werden - mit der Konsequenz, dass Sie die Vorsteuer für den unternehmerischen Bereich geltend machen können. Jedoch gibt es auch hier ‑ wie sollte es anders sein - Risiken: Beispielsweise läuft eine vermögensverwaltende Personengesellschaft Gefahr, dass durch die gewerbliche Stromerzeugung die Immobilie insgesamt zum Betriebsvermögen wird, die Wertsteigerungen somit steuerlich verstrickt sind.

Sie sollten allerdings beachten, dass die Unternehmereigenschaft im Sinne des Umsatzsteuerrechts nicht rückwirkend auf andere Personen übertragen werden kann.

Hinweis: Aufgrund der Komplexität der steuerlichen Vorschriften empfehlen wir, ein Beratungsgespräch zu suchen, falls Sie sich mit dem Gedanken tragen, eine Photovoltaikanlage zu erwerben, um steueroptimal zu investieren.

BFH, Urt. v. 14.03.2012 – XI R 26/11, NV Unternehmereigenschaft kann nicht rückwirkend übertragen werden, Bayerisches LfSt, Vfg. v. 17.02.2012 – S 7104.1.1-9/2 St33

Götz Th. Friederich, LL.M., Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht

Sozius der Sozietät Kraft & Friederich GbR, Rechtsanwälte & Steuerberater, Potsdam & Berlin

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