Die E-Bilanz wird Pflicht

Steuerrechtliche Tipps und Hinweise für Unternehmer

B4B Recht | 26.11.2012

Der Vorsitzendes des Potsdamer Wirtschaftsrats zieht ein positive Einjahresbilanz.. Foto: privat
Der Vorsitzendes des Potsdamer Wirtschaftsrats zieht ein positive Einjahresbilanz.. Foto: privat

Nach einiger Verzögerung steht nun fest: Die elektronische Bilanz - kurz E-Bilanz - kommt. Die Bilanz muss erstmals für das Kalenderjahr 2013 bzw. bei abweichendem Wirtschaftsjahr für das Jahr 2013/2014 elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden.

In wenigen Sonderfällen, etwa bei einer inländischen Betriebsstätte eines ausländischen Unternehmers, verschiebt sich die elektronische Abgabe sogar auf das Jahr 2015. Die anstehende Bilanz für das Kalenderjahr 2012 kann noch in Papierform abgegeben werden. Trotzdem besteht bereits heute Handlungsbedarf. Denn die elektronische Übermittlung der Bilanz erfolgt auf Basis eines amtlich vorgegebenen Gliederungsschemas (sogenanntes Taxonomie-Sche­ma), das einen Mindeststandard für den Kontenrahmen in der Buchführung vorgibt. An diesen Mindeststandard muss jede Buchführung bereits mit dem kommenden Jahresbeginn 2013 angepasst werden. Anderenfalls kommt es zum Jahresende zu erheblichem Mehraufwand, der durch Umbuchungen und nachträgliche Kontenanpassungen verursacht wird. Vor allem, wenn Sie selbst die Buchführung vorbereiten, müssen Sie den Kontenrahmen zeitnah anpassen und Ihre Mitarbeiter rechtzeitig schulen. Ebenso sind gegebenenfalls interne Geschäftsabläufe zu überprüfen, falls sich die jetzt geänderten Verbuchungen auf diesen Bereich auswirken. Sprechen Sie uns daher frühestmöglich an, wenn Sie Ihren Kontenrahmen anpassen oder prüfen lassen wollen, ob und inwieweit Anpassungsbedarf besteht. Wir stehen Ihnen gerne beratend zur Seite.

Freiberufler sind nur dann zur elektronischen Übermittlung der Bilanz verpflichtet, wenn sie freiwillig bilanzieren. Bei Gewerbetreibenden und Land- und Forstwirten ergibt sich die Pflicht bereits aus der gesetzlichen Buchführungspflicht. Damit werden nur Kleingewerbetreibende, die weder als Kaufleute einzustufen sind noch die steuerrechtlichen Größenmerkmale erfüllen (Jahresumsatz über 500.000 € bzw. Jahresgewinn über 50.000 €) und damit keine Bilanz erstellen müssen, von der Verpflichtung zur E-Bilanz verschont.

Hinweis: Für alle anderen gilt: Nur über eine Ausnahme als sogenannter Härtefall lässt sich die E‑Bilanz vermeiden. Die Härtefallregelung kommt zum Beispiel in Betracht, wenn keine elektronische Buchführung existiert und die Einrichtung einer solchen mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden wäre oder der Betrieb in Kürze aufgegeben wird. Wir unterstützen Sie gerne, wenn Sie sich auf die Härte­fallregelung berufen möchten. Bitte schildern Sie uns in diesem Fall Ihre besondere persönliche Situation.

Für den Fall, dass die Härtefallregelung nicht greift oder der Antrag gar nicht erst gestellt wird und der Unternehmer seine Bilanzdaten dennoch nicht elek­tronisch übermittelt, behält sich der Gesetzgeber verschiedene Sanktionen vor:

  • Androhung eines Zwangsgeldes
  • Festsetzung eines Zwangsgeldes bis zu 25.000 €
  • Schätzung der Besteuerungsgrundlagen

Fundstelle: 1: BMF-Schreiben v. 05.06.2012 – IV C 6 - S2133-b/11/10016, BStBl I, 598; BMF-Schreiben v. 28.09.2011 – IV C 6 - S 2133-b/11/10009, BStBl I 2011, 855

Götz Th. Friederich, LL.M., Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, Sozius der Sozietät Kraft & Friederich GbR

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