Nutzung hoher regenerativer Überschüsse aus Brandenburg und Berlin

Abschluss des Projekts SMART Capital Region

Cottbus | 21.09.2016

Foto: BTU Cottbus
Foto: BTU Cottbus

Wie die hohen regenerativen Stromeinspeisungen aus Brandenburg sinnvoll in der Hauptstadtregion genutzt werden können, untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr.-Ing. Harald Schwarz im Projekt SMART Capital Region. Sie testeten Technologien wie Power-to-Heat, Power-to-Gas aber auch Vehicle-to-Grid, also die Nutzung von Elektroautos als Kurzzeitspeicher, erfolgreich in einer Modellanlage.

Im Rahmen des Projekts wurden auf dem Campus Anlagen errichtet, in denen nicht nur die reale Situation abgebildet, sondern auch dargestellt werden kann, wie regenerative Überschüsse sinnvoll genutzt werden können. Die Forscher untersuchen die Umwandlung von Stromüberschüssen in Wärme und Kälte, in Gas und in Elektromobilität. Die Anlagen sind kommunikations- und informationstechnisch miteinander verknüpft und formen damit ein Smart Grid, ein intelligentes Netz, in dem Erzeugung und Verbrauch aufeinander abgestimmt werden. "Unser intelligentes Netz stellt im Kleinen ein mögliches Stromversorgungssystem der Zukunft dar. Statt einzelner Großkraftwerke liefern hier viele dezentraler regenerative Erzeuger den Strom. Da sie wetterabhängig produzieren, ist ihre Erzeugungsleistung jedoch schwankend. Erzeuger, Speicher und Verbraucher müssen daher aufeinander abgestimmt werden. Dazu haben wir Technologien wie Power-to-Heat, Power-to-Gas aber auch Vehicle-to-Grid, also die Nutzung von Elektroautos als Kurzzeitspeicher, erfolgreich in unserer Modellanlage getestet", fasst Prof. Dr.-Ing. Harald Schwarz zusammen.

Eine auf realen Netzbetreiberdaten basierende Webapplikation mit dem Titel "Energieschaufenster Berlin-Brandenburg" visualisiert, wie hoch die regenerativen Einspeisungen in Nordostdeutschland sind, wo und wann Überschüsse auftreten und wie groß der Anteil der konventionellen Erzeugung ist. "Mit der Webapplikation können wir die Sonderstellung unserer Region sichtbar machen", so Prof. Dr.-Ing. Harald Schwarz, Leiter des Lehrstuhls Energieverteilung und Hochspannungstechnik der BTU Cottbus-Senftenberg. "Schon heute finden wir hier eine Situation vor wie sie in Gesamtdeutschland etwa in 30 Jahren Realität sein wird. Damit sind die gleichermaßen hohen Anteile an konventioneller und regenerativer Stromerzeugung gemeint."

In einem Nachfolgeprojekt soll das gesamte Stromversorgungsnetz des Zentralcampus als Basis für die Entwicklung von Betriebsstrategien für Smart Grids genutzt werden. In einem weiteren Projekt liegt der Fokus auf Elektromobilität und dem Ziel, vom Universitätscampus aus Schnell-Ladesäulen zu steuern, die über ganz Brandenburg verteilt sein werden. 

Das Projekt SMART Capital Region wird vom Brandenburgischen Ministerium für Wirtschaft und Energie (MWE) mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Es ist ein Kernprojekt im "Internationalen Schaufenster Elektromobilität Berlin-Brandenburg".

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