Ergebnis 2016

500 Millionen Euro Einlagenzuwachs

Potsdam | 13.02.2017

Foto: RainerSturm  / pixelio.de
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In zunehmend schwierigem Fahrwasser für Banken und Sparkassen bleibt die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) auf Kurs. Bei der Präsentation der vorläufigen Zahlen für 2016 unterstrich der Vorstandsvorsitzende Andreas Schulz die gute Position der Sparkasse in ihrem brandenburgischen Geschäftsgebiet. So habe die MBS trotz des schwierigen geldpolitischen und regulatorischen Umfeldes ihr Kundengeschäft ausweiten können, so dass die Bilanzsumme auf 12,3 Milliarden Euro angestiegen sei (31.12.2015: 11,5 Milliarden Euro).

). Dennoch habe insbesondere das für Kreditinstitute herausfordernde Zinsumfeld für einen Ertragsrückgang gesorgt. „Angesichts der Rahmenbedingungen hat unser Haus ein recht ordentliches Ergebnis erwirtschaftet“, so Schulz. Als größte Sparkasse Brandenburgs zählt die MBS nach eigenen Angaben über 700.000 Kunden; ihr Geschäftsgebiet ist das größte aller Sparkassen in Deutschland.

Das unverändert dynamisch wachsende Kreditgeschäft der MBS sei für Schulz Ausdruck der nach wie vor guten Verfassung der brandenburgischen Unternehmen. Von den fast 1,2 Mrd. Euro Kreditzusagen im Jahr 2016 (+ 7,3 %) entfielen 567 Mio. Euro oder 48 Prozent auf Unternehmen und Selbständige (+ 103 Mio. Euro bzw. 22 %). Ungebrochen bleibe der Trend zum Abbau kurz- und mittelfristiger Verbindlichkeiten, was für die gute Innenfinanzierungskraft der Firmenkunden spreche. Hingegen nutzten viele Unternehmen die extrem niedrigen Zinsen für Investitionen in langlebige Güter; dies lese die MBS am Wachstum langfristiger Finanzierungen ab.

Die zunehmende Internationalisierung der brandenburgischen Wirtschaft zeige sich für die MBS unter anderem am Anstieg der internationalen Zahlungsverkehrstransaktionen (außerhalb des SEPA-Raumes) der MBS-Firmenkunden: Zwischen 2012 und 2016 stiegen diese um rund das Zehnfache, im gleichen Zeitraum stieg das Zahlungsverkehrsvolumen um das Vierzehnfache. „Die Handelsbeziehungen werden globaler; immer mehr brandenburgische Firmen, die bisher nur den Binnenmarkt im Blick hatten, richten sich grenzüberschreitend aus“, kommentiert Schulz. Die Firmen suchten einerseits Absatzmärkte im Ausland, andererseits kauften sie international ein. „Die Beschaffungsmärkte sind längst global; die Digitalisierung sorgt für Transparenz; das sehen immer mehr brandenburgische Unternehmen so.“ Die MBS berate insbesondere zu Absicherung von Zahlungs- und Währungsrisiken mittels Akkreditiven oder Garantien.

Die Immobilienfinanzierung sei mit Auszahlungen von 567 Mio. Euro auf dem sehr hohen Niveau des Vorjahres geblieben (+ 0,3 %). Hier profitiere die MBS nach wie vor von ihrem attraktiven Geschäftsgebiet nördlich, westlich und südlich um Berlin herum. Die historisch niedrigen Bauzinsen von teils nur wenig über einem Prozent per annum sorgten für eine rege Bautätigkeit und für Käufe, wenn auch bei weiter anziehenden Preisen. Insgesamt habe die MBS 2.700 Familien zu einem neuen oder verschönertem Eigenheim verholfen.

Der Kreditbestand (ohne Schuldscheindarlehen) der MBS habe sich um 371 Mio. Euro bzw. 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 4,66 Mrd. Euro erhöht. Die Kreditzusagen des Jahres 2016 hätten mit knapp 1,18 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert erreicht (+ 7,3 %). Die Differenz zum Bestandswachstum erklärt Schulz mit weiterhin hohen Tilgungsleistungen, die in der gegenwärtigen Zinslandschaft naheliegend seien.

2016 verzeichnete die MBS einen Einlagenzuwachs in Höhe von 496,4 Mio. Euro (+ 5,2 %) auf 10,03 Mrd. Euro. „Was in normalen Zeiten Grund für ungetrübte Freude über den Vertrauensbeweis der Kundinnen und Kunden wäre, sehen wir inzwischen mit gemischten Gefühlen: Jeder Euro, den wir nicht als Kredit vergeben können, kostet uns Geld“, so Schulz. Dennoch erteilte er einem sogenannten Verwahrentgelt für Privatkunden aus derzeitiger Sicht eine Absage. „Das wollen wir uns nicht einmal vorstellen; ebenso wenig wie für kleine und mittlere Unternehmen, die große Mehrheit unserer Firmenkunden. Als Sparkasse sehen wir uns hier in einer besonderen Verantwortung“, so Schulz. Die derzeitige Zinslandschaft nutze die MBS zur verstärkten Ansprache ihrer Kunden auf Anlagealternativen, beispielsweise Wertpapiere: So sei der Nettoabsatz an Wertpapieren (Saldo aus An- und Verkäufen) 2016 um mehr als das Doppelte angestiegen. „Sofern es zum jeweiligen Kunden passt, ist die Hinwendung zu Wertpapieren angesichts des Zinsniveaus in vielen Fällen die richtige Ergänzung. Ausgehend von den Bedürfnissen der Kunden legen wir derzeit hierauf einen Schwerpunkt in der Beratung“, erläutert Schulz. In diesem Zusammenhang verwies er auf erneut sehr gute Testergebnisse der MBS-Beratungsqualität im Berichtsjahr. Das Kundendepotvolumen (inkl. DEKA) sei 2016 um 90 Mio. Euro gestiegen.

Die oft unter dem Stichwort Digitalisierung subsummierten Veränderungen im Kundenverhalten begreife die MBS laut Schulz als Chance: „Je weniger Servicetätigkeiten in den Geschäftsstellen stattfinden, desto mehr Zeit haben wir für die Beratung. Nur hier können wir für spürbaren Mehrwert sorgen und festigen die Kundenbindung.“ Insofern seien die vielen digitalen Dienste – von der Sparkassen-App bis zur Online-Kontoeröffnung – als Ergänzung zum bestehenden Geschäftsstellennetz zu sehen. „Wir wissen, dass die Kunden in der Mehrzahl hybrid sind: Einerseits erledigen sie einfache Dinge gern online, und Services wie die Fotoüberweisung oder KWITT schaffen einen echten Mehrwert. Andererseits schätzen sie aber für die Beratung nach wie vor die Geschäftsstelle“, so Schulz. 2016 habe man praktisch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter geschult und sämtliche Geschäftsstellen mit Tablets ausgestattet, um den Kunden die Vorzüge modernen Online-Bankings zeigen zu können. 93 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten sich dafür freigeschaltet. Innerhalb des Berichtszeitraumes sei die Zahl der App-Nutzer unter den MBS-Kunden um 25 Prozent auf über 90.000 gestiegen, die Zahl der Push-TAN-Nutzer um 125 Prozent auf knapp 15.000, die Zahl derer, die das elektronische Postfach nutzen, um 48 Prozent auf über 78.000. Insgesamt betrage die Zahl der freigeschalteten Girokunden (inkl. Bevollmächtigte) knapp über 300.000 – bei rund 470.000 Privatgirokonten. 60 Prozent aller Zahlungsverkehrstransaktionen bei der MBS werden inzwischen online abgewickelt – Tendenz steigend.

Auch 2016 habe die MBS für eigene Investitionen in siebenstelliger Höhe als Auftraggeber für die brandenburgische Wirtschaft, nicht selten die eigenen Firmenkunden, fungiert. Zudem unterstütze die MBS traditionell Vereine und Institutionen in der Region. Insgesamt habe die Sparkasse und ihre drei Stiftungen 2016 laut Schulz über 1.000 Sozial-, Kultur-, Sport- und Umweltschutzprojekte mit insgesamt mehreren Millionen Euro gefördert.

Unverändert wichtig bleibe der MBS vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung die Investition in die eigene Zukunft: 2016 habe sie 31 neue Auszubildenden oder Studierende der Berufsakademie eingestellt. Die MBS setze stark auf den eigenen Nachwuchs, der Ende 2016 insgesamt 106 junge Damen und Herren umfasst habe. Neben der Fortsetzung der bereits mehrfach zertifizierten Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie habe die MBS 2016 das hausinterne betriebliche Gesundheitsmanagement intensiviert. „Das alles trägt zu unserer Attraktivität als Arbeitgeber bei – hier befinden wir uns zunehmend mit anderen brandenburgischen und auch Berliner Unternehmen im Wettbewerb um die besten Kräfte und handeln dementsprechend“, so Schulz.

Nicht zuletzt aufgrund der unvermindert zufließenden Einlagen habe sich die Bilanzsumme der MBS per 31.12.2016 auf 12,3 Mrd. Euro erhöht. Die Steuerzahlungen an die öffentliche Hand würden rund 54 Mio. Euro betragen. Die MBS werde eine Gewinnausschüttung an die Träger der Sparkasse in Höhe des Vorjahres empfehlen. „2016, das Jahr unseres 25-jährigen Bestehens, markiert eine Zeitenwende: Das historisch niedrige Zinsniveau schlägt sich in einem Gewinnrückgang nieder, und es ist jetzt schon absehbar, dass diese Entwicklung in den kommenden Jahren weitergeht“, so Schulz. Das Betriebsergebnis sei um 11,7 Mio. Euro auf 175,8 Mio. Euro zurückgegangen. Allein angesichts der Zinsprognosen werde auch in den Folgejahren das Betriebsergebnis weiter zurückgehen. Dazu kämen Regulierungsbelastungen, die bereits gegenwärtig erhebliche Kosten verursachen und die auch im Jahre 2017 noch weiter zunehmen würden. Diesen zunehmenden Aufwänden stünden keine Ertragschancen gegenüber. Schulz nannte beispielsweise die Vorschriften zu FINREP und Anacredit. Mit Sorge blicke Schulz auf die derzeit diskutierten Regulierungsverschärfungen in Folge von „Basel IV“. In diesem Umfeld auch zukünftig verlässlicher Partner für Sparer, Unternehmen und Kommunen zu sein, erfordere hohe Aufmerksamkeit im Hinblick auf die Entwicklungen an den Märkten. Gleichsam seien hohe Investitionen in Modernisierung, Digitalisierung, IT-Sicherheit und die intensive Überprüfung der internen Prozesse erforderlich, um handlungsfähig zu bleiben.


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