Potsdam | 19.06.2012
"Unberechtigte Inkassoforderungen waren und sind das Hauptärgernis der brandenburgischen Verbraucher", bilanziert Verbraucherzentralen-Geschäftsführer Rainer Radloff. Zukünftige Aufgaben liegten in der Qualitätsverbesserung - durch zeitgemäße Angebote und Kooperationen.
"2011 hatten wir Verbraucher vor allem über Einschüchterungsversuche von Inkassodiensten und dubiosen Absendern aufzuklären", schätzt Geschäftsführer Rainer Radloff im Rückblick auf die Arbeit der Verbraucherzentrale Brandenburg ein. Darüber hinaus spielten auch Ärger mit Energieversorgern, unsicheren Geldanlagen, Datenklau sowie unklarer Lebensmittelkennzeichnung eine große Rolle in Beratungsgesprächen und Vorträgen. Ein Höhepunkt unter vielen war die landesweite Aufklärungsaktion zu Gewinnspielfallen mit Polizeidienststellen vor Ort zum Weltverbrauchertag am 15. März, ein weiterer die Beteiligung an einer bundesweiten Gemeinschaftsaktion zu Inkassoforderungen, deren öffentlicher Druck schließlich zu bundespolitischen Zugeständnissen führte.
Rund 89.000 Mal konnte die Verbraucherzentrale Brandenburg im vergangenen Jahr mit mit Beratungen zu Datenklau, Internetabos oder Energiepreisen sowie mit Vorträgen zur Lebensmittelkennzeichnung im Einzelfall helfen. Die Beratungsfälle wurden zunehmend komplexer, so dass die Beratungsanzahl etwas zurück ging, während aufwändige Rechtsvertretungen und Internetbesuche zunahmen. In 15 Fällen beendeten die Verbraucherschützer rechtswidriges Geschäftsgebaren erfolgreich mit rechtlichen Schritten.
Während in Beratungsgesprächen verbraucherrechtliche Themen dominierten, stellten Ernährungsthemen zum Beispiel in Verbindung mit interaktiven Ausstellungen das Gros der Aktionen und Vorträge. Vorzugsweise jüngere Verbraucher interessierten sich für Abmahnungen von Urheberrechtsverletzungen, an diese Zielgruppe wendet sich auch das Facebook-Profil der Verbraucherschützer. Für Senioren gab es beispielsweise im Rahmen der Seniorenwoche Vorträge zu Versicherungen, Heimverträgen, Lebensmittelauswahl und Vorsorgedokumenten.
Damit sich die Verbraucher in den 13 Beratungsstellen des Landes auf kompetente Unterstützung verlassen können, bilden sich die Mitarbeiter bis zu viermal jährlich zum Beispiel zur aktuellen Rechtsentwicklung fort. Vier neue Stützpunkte mit monatlichen Sprechstunden in Wittenberge, Fürstenwalde, Bad Belzig und Templin erweiterten das Angebot in der Fläche. Das Beschwerdemanagement am Servicetelefon wurde qualifiziert, Kooperationen vor allem mit der Verbraucherzentrale Berlin ausgebaut.
"Nachdem wir uns mit unseren Mitgliedsverbänden aktiv in die öffentliche Debatte der Landesstrategie für den Verbraucherschutz eingebracht haben, richten wir uns strategisch auf die Verbraucherbildung in der Schule, effektive Kooperationen und unser Deutsch-polnisches Verbraucherinformationszentrum aus", beschreibt Radloff die nächsten Vorhaben zur Sicherung eines starken Verbraucherschutzes im Land.
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